Weihnachten, Corona und die Macht der Gewohnheiten
Nachdem sich die Debatte um Weihnachten und Corona immer weiter zuspitzt, war es mir nun ein Herzensanliegen darüber zu schreiben und meine persönliche Meinung dazu zu äußern.
Dieses Jahr hat es in sich, so viel hat sich verändert, die ganzen Beschränkungen und Regeln bestimmen im Moment unser Leben. Ganz besonders wird es dieses Jahr an Weihnachten. Schon die Vorweihnachtszeit ist anders als wir sie kennen: keine Weihnachtsmärkte oder Weihnachtsfeiern, nicht wie gewohnt Nikolaus feiern oder gar das Weihnachtsfest mit allen Lieben, vom kleinen Kind bis zur Oma verbringen. All das wird uns dieses Jahr etwas erschwert und macht viele Menschen sicher auch etwas traurig. Ich gebe zu, auch ich wäre sehr gerne auf einen Weihnachtsmarkt gegangen mit meinen Freunden.. Jetzt soll auch noch das Weihnachtsfest anders sein, zwar mit gewissen Lockerungen, aber trotzdem nicht wie man es kennt. Absolut nachvollziehbar, dass das alles was mit uns macht, gerade mit denen, die diese besinnliche Zeit so lieben und schätzen.
Doch bei all dem stellt sich mir immer wieder Frage, wie wichtig Weihnachten tatsächlich für jeden einzelnen ist oder ob es nicht auch der gesellschaftliche Druck und die Macht der Gewohnheiten sind, die Weihnachten immer so groß und wichtig erscheinen lassen. Feiern wir Weihnachten wirklich aus dem Grund warum es Weihnachten eigentlich gibt oder ist es nicht auch ein wenig gesellschaftlich, dass man dieses Fest eben traditionell mit den Lieben zusammenfeiert und gemeinsam isst. Ja, sicher eine schöne Vorstellung... doch wir wissen ja auch alle, dass Weihnachten nicht für alle ein schönes Fest ist. Oft lastet auf den Familien so ein Druck, dass Weihnachten so besonders wird und man ja im Frieden den Abend zusammen verbringt. Aber wie oft endet das alles im Streit oder Desaster und das alles mehr oder weniger, weil man es halt so macht?!
Bitte nicht falsch verstehen. Ich persönlich finde Weihnachten und eigentlich viel mehr die Vorweihnachtszeit auch schön und genieße diese besinnlichere Zeit. Andererseits frage ich mich einfach, ob es gerade in diesen Zeiten mit Corona unbedingt sein muss, das Weihnachtsfest so in den Himmel zu heben, während die Welt eigentlich auch andere Sorgen hat. Es scheint mir, als wäre es momentan wichtiger ein besonderes Weihnachtsfest zu feiern und dementsprechend Lockerungen vorzunehmen, als die gesamte Problematik in den Blick zu nehmen. Weihnachten wird es jedes Jahr geben und die Möglichkeit, es so zu gestalten wie wir es kennen und lieben, werden wir auch wieder bekommen. Aber Corona muss es nicht zwangsläufig jedes Jahr als Beilage geben.
Interessant finde ich dabei genau die Frage, in wie fern wir bereit sind, mal aus den eigenen Schuhen zu steigen und Weihnachten mal eben anders und ungewohnter zu feiern, nur im kleinsten Kreise oder gar mal nur ganz mit sich. Dabei auf das Wesentliche konzentrieren, dankbar für das sein was eben gerade möglich ist und akzeptieren, dass es eben dieses Jahr anders ist. Vielleicht stellt der ein oder andere ja auch fest, dass Weihnachten abseits von Gewohnheiten und Traditionen, auch mal ganz schön sein kann ohne jeglichen Stress, Trubel und Perfektion.
Vielleicht alles mit dem Hintergedanken, dass es irgendwann auch mal wieder ein anderes Weihnachtsfest geben kann. Eben umso schneller, wenn wir alle nun mal von unseren Gewohnheiten etwas abweichen...
Ich habe mal gelesen, dass es ca. 3 Wochen dauert, bis sich ein Mensch an was Neues gewöhnt hat. Na dann ist ja noch genug Zeit bis Weihnachten :)
Herzliche Grüße

Kommentare
Kommentar veröffentlichen